Klaus E. Eitner
PERU - The First 18 Stamps

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Danksagung

Die Veröffentlichung des Exponates im Internetforum des BDPh erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Corinphila/Köhler, den Herausgebern der Serie „Edition d’Or“, wo dieses Buch „Peru“ im Jahre 2007 erschienen ist.

Kurzdarstellung des „Lebenslaufes“ des Exponates

Ein Exponat ist etwas anderes als eine Sammlung. Diese Erfahrung macht jeder Sammler, der sich erstmals an einer Ausstellung beteiligt. Es genügt nicht, seine guten Stücke für sich alleine sprechen zu lassen, sie müssen beschriftet werden. Das sind Hilfen für den Betrachter, der nicht mit dem Sammelgebiet vertraut ist. Und schon stellt sich die nächste Frage: Wieviel Beschriftung verträgt das Exponat? Was ist wesentlich, was nicht?

Und dann müssen auch die Wettbewerbsregeln beachtet werden. Und diese Wettbewerbsregeln steigern sich von Mal zu Mal, die Latte wird immer höher gelegt. So auch bei diesem Exponat.

Erste Stufe: Von der Sammlung zum Exponat

Die Sammlung entstand in fast zwei Jahrzehnten, ehe 1984 der Sprung ins kalte Wasser getan wurde und die Anmeldung zur „Americana“ in Siegburg erfolgte, einer Rang 3-Ausstellung. Dort hatte das Exponat das Glück, auf kenntnisreiche Juroren zu stoßen, vor allem Hans-Dieter Jaretzky. Das insgesamt nur 60 Blatt umfassende Exponat begann mit der Vorphilatelie und endete mit den Dreiecksaufdrucken, also den Provisorien, die nach Ende der chilenischen Besatzung herausgegeben wurden.

Die unerhofft gute Beurteilung mit Gold und die erhaltenen Ratschläge zum weiteren Ausbau des Exponates motivierten dann zum weiteren planmäßigen Ausbau des Exponates. Die Vorphilatelie wurde mit der Zeit ebenso aus dem Exponat entfernt wie die nachklassischen Ausgaben, so daß letztlich nur die reine Klassik übrig blieb. Bis dahin war es jedoch noch ein weiter Weg.

Durchlaufen von Rang 2 und Rang 1

Weitere Erfahrungen auf Rang 2-Ausstellungen wurden gesammelt, bis schließlich 1989 erstmals im Rang 1 national ausgestellt wurde bei der NAPOSTA in Frankfurt. Jetzt wurde nur noch die Klassik ausgestellt, es hatte also ein Konzentrationsprozeß stattgefunden. Und gleichzeitig stieg auch die Blattzahl auf 72 an. Trotzdem reichte es bei dem ersten Versuch im Rang 1 nur zu Groß Vermeil.

Deshalb wurde weiter am Exponat gearbeitet, bis die nächste Möglichkeit einer Rang 1-Ausstellung 1994 mit einer NAPOSTA in Dortmund anstand. Bis dahin hatte das Exponat inzwischen schon merklich an „Gewicht“ gewonnen und erzielte Gold.

Ein Versuch, das Exponat auch international auszustellen, wurde im gleichen Jahr bei der FEPAPOST ebenfalls mit Gold belohnt. Damit wäre eigentlich der Weg frei geworden für ein weiteres Vorzeigen auf internationaler Ebene.

FIP-Ausstellungen

Auf internationaler Ebene gelten jedoch verschärfte Teilnahmebedingungen. Kam das Exponat bisher noch aus mit 72 Blatt, wurden nun 128 Blatt erforderlich. Das stellt eine recht hohe Hürde dar, die zu nehmen ist, will das Exponat nicht an Qualität verlieren.

Es galt daher, das Exponat weiter fit zu machen und aufzurüsten, ehe mit dem Anmelden auf FIP-Niveau begonnen wurde. Die folgenden vier Jahre wurden hierfür benö-tigt. Günstig wirkte sich aus, daß der spanische Sammler Enrique Bustamente seine Peru-Sammlung auflöste und eine Reihe einzigartiger Stücke in das Exponat übernommen werden konnten.

Der erste Versuch nach dieser langen Aufbauphase fand dann Ende 1998 in Tel Aviv statt, jetzt mit 128 Blatt. Die Mühe wurde belohnt, das Exponat erzielte Groß Gold. So ging es dann international weiter. Es folgten Ausstellungen in Lissabon, Nürnberg, Paris, Peking, Wien und Madrid. Bis auf eine Ausnahme (in Madrid) erzielte das Exponat jeweils Groß Gold, dreimal sogar mit Ehrenpreis.

Meisterklasse

Die FIP-Regeln sehen vor, daß Exponate, die innerhalb von 10 Jahren dreimal Groß Gold erzielt haben, nur noch in der Meisterklasse teilnehmen dürfen. Das war für dieses Exponat bereits nach drei Jahren erreicht. Danach kam ab 2001 nur noch die Meisterklasse in Betracht. Dort gibt es unter den meist 20 Konkurrenten nur noch eine einzige Auszeichnung, den Grand Prix d’Honneur. Oft wählt die internationale Jury drei Exponate aus und nimmt sie in die engere Wahl. Während des Festabends erfolgt dann in geheimer Abstimmung die Wahl des Sieger-Exponates.

Es galt also, das Exponat weiterhin im Rahmen der jetzt 128 Blatt zu vervollkomm-nen. Es wird verständlich, daß dies zunehmend schwerer wird. Das Material gibt es einfach nicht oder wird zu teuer.

Das Exponat durchlief in der Meisterklasse die FIP-Ausstellungen in Brüssel 2001, Seoul 2002, Bangkok 2003, Valencia 2004, Washington 2006 und Wien 2008. Zwei-mal wurde das Exponat (Brüssel und Seoul) als eines der drei Kandidaten für den Grand Prix d’Honneur in die engere Wahl gezogen. Aber erst in Wien 2008 gelang die Anerkennung, und das Exponat erzielte die in der Philatelie höchstmögliche Anerkennung.

Vom ersten Ausstellen bis zum letztmaligen Mitmachen vergingen somit fast 25 Jahre – eine erfüllende Zeit!